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An St. Ursula das Fundament gelegt

24.06.2016 07:05:29 | Nicole Jansen

An Sankt Ursula das Fundament gelegt

 

Bischöfliche Mädchenrealschule Monschau entlässt 93 Schülerinnen der zehnten Klassen. Emotionaler Abschied mit viel Musik.
VON ALFRED MERTENS
 
Eicherscheid. 93 Schülerinnen der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau wurden im Rahmen einer abwechslungsreichen und teils sehr emotionalen Abschlussfeier in der Eicherscheider Tenne verabschiedet. „Alle jungen Damen haben einen Abschluss erreicht. Meine Glückwünsche zu dieser Leistung möchte ich nicht nur den Schülerinnen, sondern auch den Eltern und Erziehungsberechtigten übermitteln“, betonte Schulleiterin Dorothee Spinrath zu Beginn der Veranstaltung.
Engagierte Klassenlehrer
Die Schulleiterin würdigte aber auch das Engagement der Klassenlehrerinnen Elke Scherberich und Claudia Rampazzo sowie des Klassenlehrers Marcus Walter, die „maßgeblichen Anteil am guten Gelingen der Leistungen der Schülerinnen gehabt hatten“. „Welch ein Glück ist es, ein Mädchen in Deutschland zu sein und zur Schule gehen zu dürfen. Ein Mädchen zu sein, ist die Eintrittskarte, um in unserer Schule aufgenommen zu werden. Dies ist ein Privileg, denn zum Beispiel in Sambia und Indien und in vielen anderen Ländern in Afrika und Asien ist Mädchen-sein schon ein Grund, um schlechteren oder gar keinen Zugang zur Bildung zu haben“, betonte die Schulleiterin und erinnerte die Schülerinnen daran: „Für jede von Euch gab es den einen oder anderen Spezialauftrag. Jede hatte so ihr Päckchen zu tragen, und es waren nicht immer Wundertüten und Überraschungseier dabei. Die Lernstandserhebungen und die Abschlussprüfungen habt Ihr gemeistert. In der Klassengemeinschaft mit Euren Freundinnen ward ihr gut aufgehoben. Ihr habt mit Selbstvertrauen und Mut zielstrebig auf den Abschluss hingearbeitet. Einige von Euch haben als Klassensprecherinnen mehr Verantwortung übernehmen müssen als einzelne Mitschülerinnen“, sagte die Schulleiterin und nannte Namen: „Celine Walentowski und Megan Riley erwiesen sich in diesem Schuljahr als vorbildliche, engagierte Schülersprecherinnen“, lobte Dorothee Spinrath und hielt, an alle Mädchen gerichtet fest: „Ihr seid nun gerüstet für den nächsten Lebensabschnitt und habt Orientierung erlebt mit und an christlichen Werten. Behaltet Eure Mitschülerinnen im Auge, teilt Zeit und Aufmerksamkeit und geht zuversichtlich die nächsten Schritte auf eurem Weg an“, sagte die Schulleiterin.
 
Auf der Bühne der Tenne begann die Abschlussfeier mit einer Trommelaktion der Schülerin Alexandra Ruth und dem von einigen Schülerinnen der Abschlussklassen vorgetragenen Lied „Happy Ending“. Musikalische Unterstützung erhielten die Schülerinnen von Sascha Huppertz am E-Piano. Im späteren Verlauf der Feier traten die Schülerinnen nochmals mit dem Song „Photograph“ auf.
Feierlicher Gottesdienst
Olaf Windeln vom Bistum Aachen, dem Schulträger der Mädchenrealschule, sah in dem, was die Schülerinnen erreicht hätten, ein Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen von Lehrerkollegium, Schülerinnen und Eltern. „Den Schülerinnen wird nunmehr die Möglichkeit geschaffen, selbstständig ihren Weg zu bestreiten und von Gott gehalten zu werden. Das Fundament, das Ihr Euch an St. Ursula gelegt habt, soll Euch für die Zukunft erhalten bleiben“, sagte Windeln.
In Vertretung der Bürgermeister der drei Nordeifel-Kommunen wohnten Georg Kaulen (Monschau), Bernd Goffart (Simmerath) und Anita Buchsteiner (Roetgen) der Abschlussfeier bei. „Durch alte Türen hinein zu neuen Wegen gehen“ hatte das Motto des Abschlussgottesdienstes gelautet, der vor der Abschlussfeier in der Eicherscheider Pfarrkirche stattgefunden hatte. Daran angelehnt meinte Georg Kaulen, dass die Türen der Mädchenrealschule für die Schülerinnen nicht für immer zugeschlagen sein mögen. „Geht neue Wege, um eine Ausbildung zu durchlaufen. Im Gebiet der Nordeifeler Kommunen befinden sich genügend Arbeitsplätze. Und durch den demografischen Wandel wird qualifizierter Nachwuchs in der hiesigen Region immer gesucht“, so Kaulen.
Die Klassensprecherinnen Ann Christin Sarlette, Jill Heidecker, Jasmin Bartos, Julia Jerusalem, Celine Walentowski und Lara Prümmer berichteten in witzigen Insidergeschichten über Geschehnisse aus den einzelnen Klassen und über Anekdoten zurückliegender Klassen- und Abschlussfahrten. Sie waren voll des Lobes für ihre Lehrer, die sie mit Geschenken von der Bühne verabschiedeten.
Umrahmt von Liedern der jeweiligen Schülerinnen der Klassen 10a (Wir waren hier), 10b (Once we were) und 10c (The climb) erfolgte die Zeugnisausgabe durch die Schulleiterin Dorothee Spinrath.
 

 
Selbstbewusst traten im Anschluss die beiden Schülersprecherinnen Celine Walentowski und Megan Riley mit der Aussage „Mit dem Zeugnis in den Händen, werden Helden zu Legenden“ vor das Publikum und dankten insbesondere der neuen Schulleiterin Dorothee Spinrath, dem vor einem Jahr ausgeschiedenen Schulleiter Franz-Peter Müsch („Mit ihnen haben wir wunderschöne Jahre erleben dürfen“), der stellvertretenden Schulleiterin Marie-Antoinette Werres, der Schulsekretärin Silvia Braun und dem Hausmeister Norbert Becker für ihren Einsatz.
In das gemeinsame Schlusslied „Ain‘t no mountain high enough“ stimmten alle Schülerinnen ein.
82 gehen weiter zur Schule
Nach den Ferien bestreiten 38 Schülerinnen den Weg der gymnasialen Oberstufe mit dem Ziel der Erlangung des Abiturs, 44 weitere besuchen verschiedene Schulen, um das Fachabitur abzulegen, acht beginnen eine Ausbildung und drei haben sich aufgrund verschiedener Optionen noch nicht endgültig entschieden.