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Schülerinnen verpacken Heimat im Stil von Christo

26.11.2021 07:08:38 | Nicole Jansen
Kunstwettbewerb an der Monschauer Mädchenrealschule zum Monschau-Christo-Jubiläumsjahr. Pfiffige Ideen ausgezeichnet.
 

VON HEINER SCHEPP

MONSCHAU Verpackungskunst habe eine lange Tradition und sei nicht erst eine Erfindung von Jeanne-Claude und Christo in den letzten 60 Jahren, sagte Schulleiterin Dorothee Spinrath bei der kleinen Abschlussfeier des Wettbewerbs im Mehrzweckraum der Schule. „Aber diese beiden Ausnahme-Konzeptkünstler haben die Verhüllung und Verpackung neu dimensioniert und perfektioniert“, meinte Spinrath.

Verpackung weckt Neugier

Verpackung erhöhe den Reiz, sich mit einer Sache zu beschäftigen und wecke Neugier beim Betrachter, stellte die Schulleiterin fest. „Verpackte Geschenke tun das genauso, wie der in wallende Gewänder gehüllte Körper eines Models oder das gefältelte Kleid der schwangeren Kaufmannsfrau in der Renaissance“, meinte Dorothee Spinrath und schlug die Brücke zum Thema des Kunstwettbewerbs an St. Ursula, der daran erinnerte, dass Christo vom 16. bis 24. Oktober 1971 Teile der Altstadt und der umgebenden Berghänge verhüllt hatte: „Heimat ist ein kostbares Gut; etwas, das ich gut verpacken sollte, um es immer bei mir zu haben, egal wo ich gerade zu Hause bin“, sagte die Direktorin und wandte sich an die Schülerinnen: „Christo hat sich in Deutschland für den Reichstag und vor 50 Jahren für die kleine Tuchmacherstadt Monschau entschieden – wir sind gespannt, was für Euch unter dem Begriff Heimat unverzichtbar ist.“ Insgesamt rund 50 Schülerinnen aus den Jahrgangsstufen 8 bis 10 hatten am Kunstwettbewerb teilgenommen. Die Kunstlehrerinnen Claudia Klein-Rampazzo, Dorothee Spinrath und Eva Hafer hatten gemeinsam mit der ehemaligen Kunstlehrerin Marion Baltzer die vielen gelungenen Beiträge begutachtet und bewertet.

Das Spektrum an „verpackter Heimat“ war enorm groß und reichte vom Skateboard bis zur Nähmaschine, von Turnschuhen bis zur Kaffeemühle, vom (natürlich vorsichtig) verpackten eigenen Pferd bis zum alten Traktor des Großvaters. „Deutschland ist für mich Heimat“, meinte eine Teilnehmerin, und verpackte einen Globus. Der erste Preis aber ging schließlich an die Achtklässlerin Merle Bilger, die ein Dutzend Fotos von verpackten, kleinen und großen Familienmitgliedern in eine Herzform brachte. Zoé Baumeister hatte als Zweitplatzierte einen Rehbock in Jute verpackt und damit ihre Naturverbundenheit ausgedrückt.

Platz drei ging an Kira Renier aus der Klasse 10b mit ihrem verpackten Schuh auf der Fensterbank, und Achtklässlerin Illaf Kurdi hatte einen Koffer als Symbol für Heimat verhüllt.

Mit hochwertigem Kunstmaterial von der Staffelei bis zum Pinsel wurden die Besten ausgezeichnet, die weiteren Platzierten wurden mit Trostpreisen belohnt.