Login

An der Mädchenrealschule gab es etwas auf die Ohren

07.12.2020 06:29:59 | Nicole Jansen
Beim Vorlesetag an St. Ursula in Monschau ging es um Kinderträume, Harry Potter, Donald Trump und – natürlich – um Pferde

 

MONSCHAU Vorlesen hat einen äußerst positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. „Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, verfügen über einen deutlich größeren Wortschatz als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung, haben im Schnitt bessere Noten und später mehr Spaß am Selbstlesen und im Umgang mit Texten“, zeigen Studien der Stiftung Lesen. Und deshalb gab es auch in der Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau anlässlich des deutschlandweiten Weltvorlesetages „etwas auf die Ohren“.

In der zweiten Stunde verwandelte sich die malerisch auf dem Berg am Burgau gelegene Schule in ein Haus mit vielen einzelnen „Hörsälen“. So gab es statt Biologie in der Klasse 6b die neuesten Informationen aus Elke Heidenrichs Buch „Sonst noch was?“, vorgelesen von Biologielehrerin Johanna Landerer-Gerards. Gespannt lauschten die Schülerinnen den Ereignissen um Onkel Hans, der mit den Geburtstagsdaten von seiner Nichte Katrin einen Lottogewinn macht und sich endlich seinen Lebenstraum erfüllt. Mathe- und Geschichtslehrer Ingo Deloie las aus „Silverhorse“ vor – Pferdegeschichten gehen bei Mädchen im Teenie-Alter schließlich immer. In der Klasse 5b las Deutschlehrerin Ruth Niehsen aus „Freibad“ vor – einem Buch von der Vorschlagsliste zum Jugendliteraturpreis. Darin geht’s um einen Jahrhundertsommer und dann Freikarten fürs Freibad – da passiert so einiges …

Anna Körfer, Schülerin Klasse 5b, las für ihre Klassenkameradinnen aus der Fantasy-Romanreihe „Woodwalker“ vor, und Laura Steffens, ebenfalls aus der 5b, gab einen Ausschnitt aus „Die unlangweiligste Schule der Welt“ zum Besten. In der 5a stand der Klassiker „Harry Potter“ auf dem Programm, vorgetragen von Lehrerin Lena Gronen, und in der 7b las Schulleiterin Dorothee Spinrath aus „Grüne Gurken“ vor, einer gelungenen Mischung aus Lottes Liebesgeschichte, Einsatz in einem Kiosk, Hilfeprojekte für Yunus und eben die grünen Gummigurken als Ersatz für echte Zimmerpflanzen im Altersheim.

Auch im Wahlpflichtunterricht Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 10 bei Konrektorin Marie-Antoinette Werrens wurde gelesen – und zwar Leserbriefe und Artikel zu Donald Trump… War das nun Horrorlektüre oder Printmediengustierung?

„Ran an die Bücher!“

Bei den Schülerinnen aller Altersklassen löste der Vorlesetag Begeisterung aus: „Eine super Aktion!“, „Vorlesen ist so schön und tut so gut!“ oder „Gäbe es das doch öfter!“ lautete das Urteil der Zuhörerinnen. Besonders die jüngeren Schülerinnen wünschen sich mehr davon. „Vielleicht müssen wir uns nur die Zeit nehmen und im Lockdown light eine vereinbarte Vorlesezeit fest in den Familienplan aufnehmen“, empfahl die Schulleiterin und rief die Schülerinnen auf: „Ran an die Bücher, noch kann man in der Stadtbilbliothek viel ausleihen!“ (hes)