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Schüler fügen sich in die Maskenpflicht

25.08.2020 07:22:22 | Nicole Jansen
Bilanz nach einer Woche Unterricht unter beeinträchtigenden Bedingungen an den weiterführenden Schulen der Nordeifel
 

NORDEIFEL Die erste Unterrichtswoche im Vollbetrieb und vor allem mit Maskenpflicht ist an den weiterführenden Schulen in der Nordeifel positiv verlaufen. Die Gymnasien in Vossenack und Monschau, die Mädchenrealschule St. Ursula und die Sekundarschule Nordeifel bescheinigten den Schülerinnen und Schülern fast ausnahmslos einen gewissenhaften Umgang mit der weiterhin besonderen Situation.

Maske plus Hitze

Am Monschauer St.-Michael-Gymnasium wurde die Maskenpflicht in der ersten Schulwoche aufgrund der Hitze zu einer besonderen Herausforderung, berichtet Schulleiter Dr. Bernd Gotzen. „Am Mittwoch haben wir deshalb sehr kurzfristig der Oberstufe den Nachmittagsunterricht erlassen. Alle anderen Jahrgänge hatten sowieso spätestens nach der sechsten Stunde frei“, so der Rektor. Am Donnerstag und Freitag habe man die Unterrichtsstunden infolge der Hitze auf 30 Minuten und auch die offiziellen Pausenzeiten reduziert, wodurch alle sechs Unterrichtsfächer des Vormittags bis 11.15 Uhr stattfinden konnten. „Ab 11.15 gab es dann für alle Hitzefrei“, sagt Gotzen und betont: „Die Kurzstunden haben den Vorteil, dass alle Fächer bedient werden, was gerade am Anfang des Schuljahres sinnvoll ist. Zusätzlich haben die Lehrkräfte im Unterricht sehr sensibel beobachtet, ob eine zusätzliche Pause nötig ist. Dann konnten die Klassen auf den Schulhof gehen und dort mit entsprechendem Abstand Trinkpausen machen und Luft schnappen“, erläutert der Schulleiter die Vorgehensweise an Sankt Michael. „Erfreulich kooperativ war der Regionalverkehr Euregio-Maas-Rhein, der sehr schnell am Mittwoch reagiert hat. Auch am Donnerstag und am Freitag hat es in Anbetracht der Situation aus meiner Sicht gut mit dem frühen Schulschluss und dem Transport der Kinder geklappt“, lobt Bernd Gotzen.

Mit nun gemäßigten Temperaturen und einem gewissen Gewöhnungseffekt sei die Situation im Unterricht diese Woche nicht mehr ganz so dramatisch gewesen. „Dennoch achten wir weiterhin darauf, dass die Schüler ausreichend Möglichkeiten zum Trinken haben“, unterstreicht der Schuldirektor und fasst zusammen: „Die Schüler fügen sich in die Maskenpflicht, wobei wir beobachten, dass wir mit steigendem Alter der Schüler mehr Unterstützung bei der Einhaltung dieser Pflicht geben müssen. Nicht zuletzt aufgrund der Einhaltung der Maskenpflicht konnte der Unterricht jedoch bei uns bislang fortgeführt werden.“

„Die Maskenpflicht ist lästig, aber machbar.“

Dr. Peter Cordes,
Franziskus-Gymnasium Vossenack

„Ich freue mich darüber, wie diszipliniert die Schülerinnen die Maskenpflicht auf dem Schulgelände und im Gebäude umsetzen“, sagt Dorothee Spinrath, Rektorin der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula. Einige Mädchen hätten natürlich in der Hitze der vergangenen Tage gestöhnt und die Maske sei für eine unbeschwerte Unterhaltung untereinander in der Schülergruppe schon lästig und hinderlich. „Aber sie sind diszipliniert. Das macht das Kollegium und mich stolz auf unsere Mädchen und jungen Frauen.“ Allerdings sei die Unterrichtssituation mit Maske für das Lehrerkollegium sehr anstrengend, oft könne man die Schülerbeiträge nicht gut verstehen, gibt die Schulleiterin zu bedenken.

An der Mädchenrealschule hoch über Monschau unterrichtet seit Schuljahresbeginn das gesamte Kollegium, lediglich einige wenige Schülerinnen, die zur Risikogruppe gehören, nehmen nicht am Präsenzunterricht teil, wie Spinrath erläutert. Das bisher ausgesetzte Silentium mit Mensabetrieb läuft ab Montag und werde eine weitere logistische Herausforderung für Silentiumsleiterin Nicole Jansen und das Personal, glaubt die Rektorin.

Lob für die Schüler

Auch an der Sekundarschule in Simmerath ist Schulleiterin Melanie Müller voll des Lobes für die Schülerinnen und Schüler: „Ich bin positiv überrascht, wie toll die Kinder mit dieser Situation umgehen. Selbstverständlich hatte ich meine Bedenken, zumal die ersten Tage sehr heiß waren. Die Schülerinnen und Schüler haben es aber akzeptiert und tragen ihre Maske ganz selbstverständlich. Vereinzelt muss man darauf hinweisen, aber das ist normal“, berichtet Müller.

Vorteil Gartenanlage

Dass die Schule in diesem Schuljahr die große neue Gartenanlage nutzen kann, entzerre die Situation enorm. So können wir die Schüler auf das gesamte Gelände aufteilen“, hält Müller fest und sagt: „Falls Schüler frische Luft brauchen, müssen sie sich melden, dann dürfen sie auch nach draußen und mit Abstand die Maske ablegen.“ Es gebe auch einige Kolleginnen, die ihren Unterricht nach draußen verlagert hätten, „solche kreativen Ideen begrüße ich sehr“, freut sich die Schulleiterin und zieht ein positives Fazit: „Ich weiß, dass wir den Schülern viel abverlangen, um so stolzer bin ich, dass wir die Situation gemeinsam meistern.“

Der eigentliche Unterricht läuft seit Schuljahresbeginn auch an der Sekundarschule an beiden Standorten wieder für alle Jahrgangsstufen normal – abgesehen vom Nachmittag. Melanie Müller: „Damit wir zu jeder Zeit den Unterricht in den vorgesehenen festen Gruppen gewährleisten können, müssen wir momentan noch auf den Ganztag verzichten.“ Auch hier werde man aber rasch reagieren, wenn die Corona-Bestimmungen und die Situation es zulassen.

Erhohlung auf dem Hof

„Die Maskenpflicht ist lästig, aber machbar“, sagt Dr. Peter Cordes vom Vossenacker Franziskus-Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler hielten sich weitgehend daran, aber natürlich gebe es Ausreißer – zumindest in den Pausen, hat der Schulleiter beobachtet. Schüler, die dringend frische Luft benötigen oder trinken müssen, können das am FGV entweder in einer „Trinkecke“ auf Abstand im Klassenraum tun oder werden auf den Schulhof geschickt, wo sie die Maske zur Erholung absetzen können. „Toilettengang und Pausenregelung halten wir flexibel, um Enge zu vermeiden; auf dem Schulhof gibt es ausgewiesene Pausenorte, wo sich die Jahrgangsstufen aufhalten dürfen, weil eine Durchmischung der Jahrgangsstufen laut Coronaverordnung vermieden werden soll“, erläutert Cordes und schaut nach vorne: „Nun ist die Maskenpflicht ja zunächst nur bis Ende August terminiert, mal sehen, was folgt.“ Jedenfalls hat man am Franziskusweg bereits ein Konzept entwickelt, wie die Kinder und Jugendlichen auf Abstand auch längere Arbeiten und Klausuren schreiben können: mit Abstand, in großen Räumen und – ohne Maske!