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Auf einmal sind sie wieder die Kleinsten

31.08.2019 10:05:03 | Nicole Jansen

Erster Schultag an weiterführenden Schulen: 180 Kinder neu an Michael-Gymnasium, St. Ursula und Sekundarschule

    

Nordeifel Er ist mindestens genauso spannend wie die Einschulung ins erste Schuljahr, jener Tag, an dem die neuen Fünftklässler an der weiterführenden Schule ankommen. 180 Kinder aus der Nordeifel erlebten diesen ganz besonderen Tag am Mittwoch an drei Schulen im Schulverband Nordeifel, am Donnerstag folgen noch 68 Kinder, die zum ersten Mal das Franziskus-Gymnasium in Vossenack besuchen.

Vor knapp zwei Monaten haben sie als „die Großen“ die Grundschulen in Monschau, Roetgen und Simmerath verlassen – gestern nun kamen sie als „Küken“ am Gymnasium und an der Mädchenrealschule in Monschau sowie an der Sekundarschule in Simmerath an, wo sie nun im Idealfall neun bzw. sechs Jahre lernen werden. Für die meist zehn- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen gilt es nun, sich schnell an die neue, viel größere Schule, die neuen Mitschüler und andere Lehrer zu gewöhnen, denn nur an diesem ersten, besonderen Tag wurden sie noch von ihren Eltern und Familien in die Schule begleitet.

Aufregung allerseits

„Ihr seid aufgeregt? Ich verrate euch etwas: Wir sind es auch!“, begrüßte Melanie Müller, stellvertretende Leiterin der Sekundarschule Nordeifel, am Standort Simmerath die 45 neuen Fünftklässler. Dabei durften die Sekundarschulkinder am ersten Tag nach den viel zu schnell verflogenen Sommerferien noch am längsten schlafen, begann der große Tag doch erst mittags mit einem Schulgottesdienst in der Klosterkirche der Franziskaner in Vossenack. Die Messe stand unter dem Leitgedanken „Ich bin mehr – wachsen unter Gottes Segen“ und wurde gestaltet von Pater Daniel, Pastoralreferentin Claudia Weyermann und dem evangelischen Pastor Volker Böhm. Auch die 40 neuen Fünftklässler des Sekundarschul-Standortes Kleinhau waren nach Vossenack gekommen, ehe es zu den beiden Standorten ging. In Simmerath wartete auf die Kinder und ihre Eltern nach der herzlichen Begrüßung ein kleines Unterhaltungsprogramm, für das Kinder der älteren Jahrgänge verantwortlich zeichneten: Die Sekundarschulband begrüßte die „Neuen“ freundlich mit „Hallo Lieblingsmensch!“, und die Nun-Sechstklässler hatten mit Theaterpädagogin Ingrid Peinhardt-Franke eine witzige Castingshow einstudiert. Danach ging es in die Klassen und zu den Klassenlehrerinnen Helga Gombert und Susanne Backhaus (5b) sowie Kerstin Gillessen und Agi Bishara (5a).

„Wir sind bunt“

Der spannende erste Schultag für die neuen Fünftklässlerinnen an St. Ursula begann mit dem Einschulungsgottesdienst um 10.30 Uhr in der Aukirche unter Leitung der Schulseelsorgerin Regine Förster und mit Pfarrer Jens-Peter Bentzin von der evangelischen Gemeinde. Der Gottesdienst stand unter dem Thema „Wir sind bunt“ und wurde von den 6. Klassen mitgestaltet und musikalisch unterstützt. Jede Klasse erhielt die Klassenkerze, die fortan bei jedem Schulgottesdienst mit auf dem Altar steht. Nach dem Gottesdienst begrüßte Schulleiterin Dorothee Spinrath die 51 Mädchen und ihre Familien, und Erprobungsstufenkoordinatorin Marita Dinger stellte fest: „Wir freuen uns alle unwahrscheinlich auf euch, aber unsere Sechstklässlerinnen sind besonders froh, dass ihr jetzt da seid. Denn jetzt sind sie endlich nicht mehr die Kleinsten an der Schule“, meinte sie. Und noch etwas hob Marita Dinger ganz besonders hervor: „Heute kommen in unserer Region viele Kinder in die fünfte Klasse; ihr aber seid die einzigen reinen Mädchenklassen in der gesamten Städteregion Aachen!“, rief sie den Mädchen zu.

Im Anschluss gingen die beiden neuen Klassen zusammen mit ihren Klassenlehrerinnen Andrea Derichs und Alina Wolff zurück zur Schule. Während die Eltern auf dem Schulhof erste Kontakte untereinander knüpfen konnten, nahmen die Schülerinnen die Klassenräume in Beschlag und erfuhren von ihren Klassenlehrerinnen alles Wichtige für die ersten Schultage an St. Ursula. Auch lernten sie ihre Patinnen kennen, die ihnen in den ersten Wochen helfen werden.

Wiedersehen in neun Jahren

Auch für die neuen Fünftklässler des St.-Michael-Gymnasiums begann der besondere Tag mit einem Schulgottesdienst in der Aukirche, ehe die stellvertretende Schulleiterin Alexandra Stein die 84 Kinder und ihre Familien in der vollbesetzten Aula begrüßte. „Wenn alles gut läuft, werden wir uns 2028 wieder hier treffen, um euch mit dem Abitur in der Tasche zu verabschieden“, frohlockte die Konrektorin und fügte launig hinzu: „2028 sind Olympische Spiele in L.A. Das wäre doch ein schönes Abi-Geschenk, und eure Familien haben ja dann jetzt noch neun Jahre Zeit dafür zu sparen.“ Die neuen Fünfer sind nämlich der erste Jahrgang, der die komplette Schulzeit am Gymnasium wieder als G9-Schüler (Abitur in neun Jahren) erleben wird. Alexandra Stein stellte fest, dass mit den Mädchen und Jungen in diesen neun Jahren sehr viel geschehen werde: „Ihr werdet wachsen und die Pubertät durchleben, werdet viel und Gutes lernen, werdet Erfolge, aber auch Rückschläge erleben und werdet vor allem zu selbstständigen Menschen werden, die ihr Leben auf ihre Art meistern werden.“

Gemeinsam mit den Klassenlehrern Ingo Rittich und Teresa Teichmann (5a), Sandra Kremer und Achim Laude (5b) sowie Kerstin Sommer und Claudia Blatz (5c) ging es dann in die Klassen, während die Eltern bei schönstem Sommerwetter auf dem Schulhof bewirtet wurden. Mit dem großen Gruppenfoto auf der Treppe am Sportplatz endete der erste Schultag am MGM für die 84 Mädchen und Jungen.

Am zweiten Gymnasium in der Nordeifel, dem Franziskus-Gymnasium in Vossenack, werden am Donnerstag 68 Mädchen und Jungen, darunter viele aus der Gemeinde Simmerath, mit ihren Familien erwartet. Die Einschulung beginnt um 8.40 Uhr mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche, ehe die neuen Fünftklässler ihre Klassen, Mitschüler und Klassenlehrer kennenlernen.