Login

Afrika im Unterricht der Klasse 8 an der M├Ądchenrealschule St. Ursula Monschau

22.05.2019 10:03:27 | Nicole Jansen
Publiziert am 8. April 2019 von Eric Essam , Gründer von ident.africa e.V
 

 
08.04.2019, die Fahrt seit Rheinbach dauerte etwa eine Stunde, auf dem Parkplatz der Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula Monschau wartete bereits Frau Johanna Landerer. Ich hatte Frau Landerer vor etwa einem Jahr auf einer Bahnreise kennengelernt und ihr ausführlich über meinen Verein: ident.africa e.V. berichtet. Schnell entwickelte sich eine gemeinsame Projektidee: das Frauen- und Selbst-Beschäftigungsprojekt in Boboyo. Frau Landerer spendete sieben gebrauchte Nähmaschinen, die in Afrika 7 Frauen einen Arbeitsplatz verschafften.
 
So lag der Gedanke nahe mich einzuladen, als Frau Landerer im Unterricht über Kleiderspenden nach Afrika gesprochen hatte. Es erstaunte die Schülerinnen sehr, dass die Kleiderspenden nicht nach Afrika verschenkt, sondern kauft werden. Dort landen sie als Gebrauchtware auf den Märkten und zerstören dort die  heimische Textilindustrie.
                         
Die Idee: Mit einer alten Nähmaschine aus Monschau werden in Kamerun Kleider für Monschau
 
In der Schule warteten bereits die Schülerinnen gespannt auf meinen Vortrag. Sie folgten konzentriert, als ich über die Mädchen in Kamerun berichtete und ihnen klar machte, wie wichtig Bildung ist.
Ein Exkurs über das Land, die Menschen, die Kultur folgte. Die faszinierende Landschaft und die Tierwelt weckte großes Interesse das Land irgendwann einmal zu bereisen.
Die herrschende breite Armut in der Bevölkerung, auch verursacht durch Korruption,  bewegten die Schülerinnen sehr!  Das müsste nicht sein, denn Kamerun, im Zentral-Afrika gelegen, mit einem Zugang zum atlantischen Ozean, im Süden reichlich mit Regen versorgt, verfügt über die besten klimatischen Bedingungen, um seine 23 Millionen Einwohner durch die z.B. die Landwirtschaft sicher zu ernähren. Leider macht die Korruption, die ganzen Wirtschaftsstrukturen zunichte und degradiert stetig die Lebensbedingungen der Menschen.
 
 
Wie leben die Mädchen in Kamerun?

Leider werden Mädchen in Afrika immer noch stark benachteiligt. Sie sind oft Opfer von Armut, Gewalt und Diskriminierung. In ländlichen Gegenden gehen sie selten zur Schule und können nicht lesen und schreiben. So haben sie keine Möglichkeit einen Beruf zu erlernen und auf eigenen Beinen zu stehen. In manchen Regionen werden die Mädchen bereits mit 15 verheiratet und müssen in Polygamie leben. Auch das Thema Brustbügeln und die Beschneidungen (Genitalverstümmelung) von Mädchen wollte ich nicht aussparen.  Als ich davon berichtete, wurde es ganz still.  An den Gesichtern der Schülerinnen erkannte man ihre Wut und die Fassungslosigkeit. Auf die Fragen warum diese Praxis heute noch weitergeführt wird wurde klar, dass nur Aufklärung und Bildung die Lösung sein kann. Ich erklärte, dass sich ident.africa e.V. zum Ziel gesetzt hat, die Bildungschancen der Mädchen in Boboyo zu erhöhen, die Ausbildungs- und Qualifizierungschancen deutlich zu steigern und die  Selbstständigkeit von jungen Frauen zu fördern. Mädchen müssen eine Stimme bekommen, die Selbstbestimmung von Frauen muss gestärkt werden und Lehrerinnen eingestellt werden. „Nur so schaffen wir es gemeinsam die Lebensbedingungen der Mädchen nachhaltig zu verbessern.“ So Fred-Eric Essam zum Ende seiner Präsentation.

Eine Schülergruppe, angeführt von Ketrin Osmani, möchte mit einer Spendenaktion starteten, deren Erlös den Kindern aus Boboyo/Kamerun zugutekommt. Konkret möchten sie mit Kuchenverkauf starten, aber auch gebrauchte Schulranzen und Schreibmaterial sammeln. Über eine gebrauchte Nähmaschine, die nicht mehr benutzt wird, freuen sich die jungen Frauen in Afrika sehr!  gez.Fred-Eric Essam.